Fast jeder kennt Facebook. Weltweit nutzen es circa 2,7 Milliarden Menschen, 2,1 Milliarden davon täglich. Es ist die Social-Media-Plattform schlechthin. Die Nutzer haben sich an die Funktionen und Möglichkeiten innerhalb dieses Mediums gewöhnt.

LinkedIn macht sich genau diese Gewohnheit zu Nutze.

  1. Vorbild

Die Ähnlichkeit ist frappierend: Vom persönlichen Profil, über die Startseite bis hin zu Kontaktvorschlägen und dem Messenger. Alles auf LinkedIn ähnelt Facebook. Warum auch nicht? Man muss das Rad in vielen Fällen immerhin nicht neu erfinden. Schliesslich ist Facebooks Design und Aufbau ein durchschlagender Erfolg im Internetzeitalter. Was würde näher liegen, als dieses Layout zu übernehmen? Während Facebook mit seinen Inhalten hauptsächlich ins Private abzielt, ist LinkedIn die Plattform für das Berufliche. Aber auch das soll bei Weitem nicht langweilig sein. Daher hat sich LinkedIn viele nützliche Funktionen von Facebook abgeschaut, die die Nutzer zum Bleiben und Interagieren animieren sollen.

  1. Interaktionsförderung

LinkedIn gleicht sich Facebook immer mehr an. Mittlerweile hat die internationale B2B-Plattform auch Quick Reactions eingeführt, d. h. auswählbare Symbole, die die Gefühle und Gedanken zu einem Beitrag widerspiegeln sollen. Allerdings legt LinkedIn hier auf ausschliesslich positive Zeichen Wert: wütende, weinende oder erschreckte Smileys gibt es nicht. Für den Ausdruck dieser Gefühle soll die Kommentarfunktion genutzt werden.

  1. Stories

Auch Stories, wie wir es aus Facebook und Instagram kennen, plant LinkedIn einzuführen, um den Content weiterhin interessant zu halten und Nutzungsdauer der Mitglieder weiter zu erhöhen.

  1. Messenger

Der Messenger funktioniert bei LinkedIn genau wie auf Facebook. Es gibt kaum einen Unterschied. Hier können sich Kontakte über Themen und Jobs austauschen, sich Fotos und Dokumente zusenden. Zwischendurch tauchen auch hier gesponserte Nachrichten auf, die aber nicht störend wirken.

  1. Hashtags

Diese Art der Themenstrukturierung und -findung ist seit Twitter und Instagram sehr bekannt und eine gute Möglichkeit, seinen Content kostenlos zu verbreiten. Es existiert natürlich auch die Möglichkeit gezielten Hashtags zu folgen, wenn einen besondere Themen brennend interessieren und man laufend neue Inspirationen dazu erhalten möchte. Auch auf Facebook gibt es Hashtags, wenngleich sie sich dort noch nicht so etabliert haben.

  1. Gruppen

Auf Facebook nicht mehr wegzudenken, hat sich auch auf LinkedIn die Gruppenbildung durchgesetzt. Es gibt mittlerweile zu jedem Thema eine Interessengruppe, in der sich Menschen über spezielle Angelegenheiten, berufliche Herausforderungen und andere Schwerpunkte austauschen können. LinkedIn spielt auch am Rande des Feeds gern Gruppenvorschläge ein, die aufgrund der Angaben des Nutzers passen könnten. So möchte die B2B-Plattform erreichen, dass man sich hier immer mehr wohl fühlt. Die Gruppen sind allerdings alle geschlossen und nur auf Anfrage betretbar. Per privater Nachricht können LinkedIn-Nutzer auch andere Nutzer in Gruppen einladen.

  1. Fazit

LinkedIn hat sich definitiv zu einem sozialen Karrierenetzwerk gewandelt. Wo es bei Facebook zwar hauptsächlich um belanglose Unterhaltung in Form von Katzenbildern und witzigen Videos geht, dreht sich bei LinkedIn alles um Wirtschaft, Jobs, Politik und natürlich auch Vertrieb. Genau diese Unterschiede prägen die beiden Social-Media-Plattformen. Keines der beiden wird das jeweils andere ersetzen können. Dafür liegen die Schwerpunkte beider Medien zu weit auseinander.

Gewiss können auch auf Facebook berufliche oder politische Themen diskutiert werden, allerdings in einer teils niederen Qualität: Da hier viele mit privaten und unkenntlich gemachten Profilen unterwegs sind, ist die Schwelle für hässliche Kommentare niedriger als bei LinkedIn, auf dessen Plattform man mit seinem Klarnamen und einer beruflichen Identität auftritt.

Mittlerweile hat Facebook, was spezielle Unterseiten angeht, den Spiess sogar umgedreht und bietet seit einiger Zeit auch die Kategorie „Jobs“ an, unter der man sich Stellenanzeigen der Firmen in seiner Umgebung anschauen und sich auch gleich mit seinem Profil bewerben kann.

Ob Facebook auch dazu übergehen wird, Premiumaccounts mit erweiterten Funktionen nach dem Vorbild von LinkedIn anzubieten, bleibt abzuwarten und scheint eher unwahrscheinlich zu sein.

Alles in allem hat LinkedIn alles richtig gemacht: Es hat sich mit der Adaption von Facebooks Design und Usability von einem trockenen Karrierenetzwerk in eine lebendige Austauschplattform auf höchstem Niveau entwickelt und zieht mit qualitativ hochwertigen Themen gebildete, kontaktfreudige und ehrgeizige Menschen an.

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